Ein Privatgarten wird zum Naturgarten - eine Chronik

Derzeit baue ich eine Privatgarten im Lkr.WUG komplett um. Aus einem konventionellen, ca. 1200 Quadratmeter großen Landgarten mit Schurrasen und einigen Obstbäumen drumherum wird ein vielfältiger Lebensraum mit Magerwiese, Eidechsenbiotop, Totholzbereich, Teich und vielem mehr werden. Hier der Plan:

 

 

 

 

 

 

Dez. 2017: Die Ausgangssituation: Viel Rasen mit einigen Obstbäumen und exotischen Gehölzen um die Terrasse herum...

April 2018: Der Umbau hat begonnen: Abschieben des Oberbodens (Mitte links und ganz links), Hier entstehen neue Hochbeete aus Recycling-Bruchsteinen, im Hintergrund wartet tonnenweise Mineralbeton für die Magerwiese aufs Verteilen (Mitte rechts), die ersten Vogelnährgehölze sind schon gepflanzt, dazu kommt eine Wildstaudenhecke (Ansaat und Initialpflanzung) in Mineralbeton mit Erdkern auf den Hügel (rechts).

 

Mai 2018: Die Hochbeete sind fertig. Hier hat der Bauherr fleissig selbst mitgebaut. Dahinter das Bett aus Mineralbeton für die Kalk-Magerwiese. Am Gehölzhügel wird mit Recyclingmaterial ein Weg und Treppen gebaut. Sandlebensraum mit Initialstauden. Kiesbett mit angedeutetem trockenen Bachlauf und Initialpflanzen. Dazwischen Totholz und Steine als Versteckmöglichkeit für Eidechsen und viele weitere Bewohner.

 

Die Kalkmagerwiese wurde eingesät und mit Initialstauden bestückt. Zuvor wurde gütegesicherter Kompost flach ins Saatbett eingearbeitet. Ein Schattenbeet aus sandig-lehmigem Unterboden ist mit Holzstämmen davon abgetrennt.

 

Juni 2018: Teichbau: Die Grube ist grob modelliert, Kapillarsperre ist gelegt  - nun folgt die Folie, die beiderseits mit Vlies gepolstert wird...

Rechts ist die mit Kies gefüllte Überlauf-Sickergrube zu erkennen. Wichtig bei Starkregen, wenn der Teich überläuft!

Eine weiße Siloplane wird in den Baupausen zum Schutz gegen Ausschwemmung der Grube bei Gewittern über die Baustelle gelegt.

Im Vordergrund wird der zukünftige Teich von der bestehenden Pflastereinfahrt begrenzt.

 

Derweil blühen die ersten Initialstauden und auch die Ansaat in Sand und Mineralbeton gedeiht sehr gut. Auf dem Gehölzhügel sind rund 6 Wochen nach der Ansaat die ersten Knospen zu entdecken...

Juli 2018: Teichbau, Teil 2:

Die Teichgrube wird mit Wurzelschutzflies verschweißt, die Teichfolie eingebaut und mit Verputz- und Bewurzelungsmatten verkleidet und teilweise mit sandfarben eingefärbtem Trasszement eingeputzt. Mit Steinen und Kies werden verschiedene Lebensbereiche, z.B. eine Kiesbank gestaltet. Lehmhaltiger Unterboden dient als Pflanzsubstrat für die Pflanzen und wird mit Kies abgedeckt. Ein temporärer, nur bei Regen wasserführender, Bachlauf leitet Dachwasser in einen Sumpf-Filtergraben. Von dort läuft das Wasser in die Freiwasserfläche. Bei Starkregen sorgt ein Überlauf in eine mit Kies gefüllte Sickergrube für einen geregelten Ablauf des überschüssigen Wassers. Totholz und Steine am und im Wasser sorgen für Lebensräume. Die Kiesbank dient gleichzeitig als Vogelbad und Insektentränke. Libellen und Vögel haben den neuen Lebensraum schon entdeckt...

Juli 2018: Die Ansaaten entwickeln sich und die Initialstauden locken bereits eine Vielzahl von Insekten an...

August 2018: Dank guter Bewässerung entwickeln sich die Ansaaten und Pflanzungen sehr gut...


Ein Natur-Erlebnisgarten für Senioren

Ein Natur-Erlebnisgarten für Senioren: Im Auftrag des LBV habe ich das Konzept für die Gestaltung eine Seniorengartens erstellt. Zentrales Element ist dabei die 2-sufige Steinterrasse mit heimischen Stauden. Auch für Rollifahrer direkt erlebbar, sind unten Kräuter- und Duftpflanzen gesetzt. Die Hecke besteht aus heimischen Wildgehölzen. Ein Naschgarten mit Beeren und Hochbeeten darf auch nicht fehlen. Die Baggerarbeiten wurden durch eine örtliche Baufirma vorgenommen, die Pflanzung und Ansaat erfolgte mit rund 30 Freiwilligen. Der Garten ist an sich sehr schön geworden, unglücklicherweise sprangen jedoch die Freiwilligen ab, die die wichtige Pflege übernehmen wollten...

Ich weiß leider nicht, wie der Garten heute aussieht und ob das naturnahe Konzept fortgeführt wurde. 

 

Trotzdem hier ein paar Eindrücke vom Bau und der Pflanzaktion... (Fotos: LBV)

Natur.Garten.Helbig

Hortus Contemplationis et Diversitas

Birgit Helbig

Planungen für naturnahes Grün

Freie Referentin und Autorin für Natur im Garten

Dipl.-Designerin (FH)

 

Dorfanger 14

Dürrenmungenau

91183 Abenberg

 

E-Mail: birgit.helbig@yahoo.de

 

Tel. 09873-760

Mitglied im Hortus Netzwerk

Mitglied im Naturgarten Netzwerk des Naturgarten e.V.

Partner des Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.