Ein Familiengarten im Neubaugebiet (9/20)

Es muss nicht immer Rasen und eine Lorbeerhecke sein... Familiengärten können auch als spannende und vielfältige Naturräume gestaltet werden. In diesem rund 350 m2 großen Garten gibt es Spielmöglichkeiten für die Kinder und Rückzugsorte für die Erwachsenen - durch Modellierungen abwechslungsreich gestaltet und eingebettet in eine bunte Pflanzenvielfalt. Hier sind schon im ersten Vegetationsjahr täglich neue Naturentdeckungen möglich, während sich die Kinder im Sandsee,  auf dem Spiel-und Kletterhügel und mit der Matschpumpe beschäftigen...


Ein kleiner "Sonnen"-Hinterhof blüht auf (5/21)

Auch kleine Flächen verdienen eine sorgfältige, naturnahe Gestaltung. So wie in diesem Fall: ein ehemals eher tristes Eck wurde zu einem mediterran anmutenden Gartenraum mit einer kleinen Holzloggia und einem plätschernden Wasserfall. Die Trockenmauer umrahmt und schützt den Hof, der mit Kräutern und heimischen Wildpflanzen zur Freude von Mensch und Tier bepflanzt und angesät ist


Klein aber oho -

60 Quadratmeter Vielfalt (3/20)

 

 

 

 

Sehr gefreut habe ich mich über den Auftrag einen kleinen Reihenmittelhausgarten zu planen und zu gestalten.

Denn es muss nicht immer eine riesige Fläche sein, um vielfältig und naturnah werden zu können. Das geht auch auf kleinem Raum, wie hier in einem typischen Reihenhausgarten, der als Senkgarten umgestaltet wurde. 

Die Idee des Senkgartens als Ort des Rückzuges und der Geborgenheit: Wer "unten" sitzt, ist inmitten der Pflanzen -

die Welt außenherum "verschwindet" mit der Verschiebung der Sichtachse hinter blühenden Kulissen...

Als willkommener Nebeneffekt vergrößert sich der Garten gefühlt deutlich.

Bestand  Vorher                                                                                                  Nachher

                                                                                                                              

Die Entstehung und Entwicklung in der ersten eineinhalb Jahren im Zeitraffer:

Auch der Vorgarten auf der Nordseite des Reihenhauses wurde umgebaut. Da im im Schlagschatten des Hauses, gestaltet als "Waldgarten"mit heimischen Gehölzen, Farnen und Stauden. Dazu Ansaaten und Zwiebelblüher...

Vorher: Die Mülleimer stehen sehr dominant da. Davor eine Forsythie. Der Boden ist dick mit Rindenmulch abgedeckt.

Die andere Seite wird von einer großen Hortensie und einem dahinter versteckten Rhododendron eingenommen.

 

Nachher: Eichenkronenäste bilden einen Sichtschutz für die Mülleimer. Davor   schattenverträgliche Stauden und Ansaaten. Eine große Wurzelskulptur und Steine bilden auf der gegenüberliegenden Seite den Rahmen für die Pflanzungen. Bereits vorhandene Frühblüher wurden geborgen und an passender Stelle wieder eingesetzt.


Der "Hortus Venti" - Ein Garten für die Artenvielfalt (8/19)

Ein Teich entwickelt sich: Einstauen im September 2019   -   Juni 2020  -  Mai 2021

 

Ein denkmalgeschützes Schäferhaus aus dem Jahr 1861 und mit rund 1.500 m2 Fläche ziemlich viel Platz - daraus entsteht im August 2019 der "Hortus Venti"- Garten der Winde. Die Voraussetzungen waren gut: eine tolle Wildsträucherhecke, schöne Obstbäume, ein bereits angelegter Bereich mit einem Staudensaum und viel Platz zum Austoben für die Planerin..

weitere Eindrücke aus dem ersten Blütenjahr im Mai/Juni:

2021: Das zweite volle Vegetationsjahr beginnt vielversprechend...

Juli 21: Der Garten hat sich im regenreichen Sommer üppig entwickelt. Die Besitzer haben sich am Teich mit einem schönen Holzdeck und Möbeln eingerichtet. Es gibt eben keinen schöneren Ort, als ein Teichufer...

so sah es vor der Umgestaltung aus:

Neu entstanden: ein formaler (Nutz)-Garten, eine Sandmagerwiese, ein Grillplatz mit Wasserspiel, eine große Terrasse mit Trockenmauern, diverse Säume und Biotope und ein großzügiger "Plantschteich" mit Sumpfzone und Gehölzhügel.

Ca. 800 vorwiegend heimische Stauden, rund 30 heimische Gehölze sowie zahlreiche Ansaaten (auch auf den Wegen) dazu Zwiebelblüher.


Ein Naturgarten entsteht und entwickelt sich                                Chronik (Pflaumfeld 2018-21)

Juni 2021. Der Garten im 4. Jahr nach der Anlage. Immer wieder neue Bilder und eine Vielzahl an neuen

Bewohnern. Der Aufwand der Umgestaltung hat sich mehr als gelohnt.

Hier folgt nun - exemplarisch für viele Projekte - eine kleine Chronik der spannenden Bau- und Entwicklungsphase.

So fing alles an:

2018 Jahr durfte ich einen Privatgarten im Lkr.WUG komplett und konsequent "natürlich" umbauen. Aus einem konventionellen, ca. 1200 Quadratmeter großen Landgarten mit Schurrasen und einigen Obstbäumen drumherum wurde ein vielfältiger Lebensraum mit Blumenwiese, Eidechsenbiotop, Totholzbereich, Teich und vielem mehr. Schon im ersten Sommer waren ungezählte Schmetterlinge, Libellen und Wildbienen zu beobachten. Nicht nur die Vögel lieben den neuen Teich in dem auch schnell erste Amphibien eingezogen sind... 

 

 Dez. 2017: Erster Besuch im Garten zum Beratungsgespräch.

 Viel Rasen mit einigen Obstbäumen und exotischen Gehölzen um die Terrasse herum...

Der Besitzer - ein begeisterter Ornithologe - wünscht sich "einen Garten für Vögel"...

 

Es entsteht eine naturnahe Planungsskizze und eine überschlägige Kostenkalkulation.

Vieles (Holz, Steine...) kann als Recyclingmaterial direkt vor Ort beschafft werden und ein Nachbar übernimmt die Erdarbeiten. Freunde werden als Helfer am Wochenende mitbauen...

 

Im folgenden Frühjahr gehts los...

April 2018: Der Umbau hat begonnen: Abschieben des Oberbodens (Mitte links und ganz links), Hier entstehen neue Hochbeete aus Recycling-Bruchsteinen, im Hintergrund wartet tonnenweise Mineralbeton für die Magerwiese aufs Verteilen (Mitte rechts), die ersten Vogelnährgehölze sind schon gepflanzt, dazu kommt eine Wildstaudenhecke (Ansaat und Initialpflanzung) in Mineralbeton mit Erdkern auf den Hügel (rechts).

Mai 2018: Die Hochbeete sind fertig. Hier hat der Bauherr fleissig selbst gebaut. Dahinter das Bett aus Mineralbeton für die Kalk-Magerwiese. Am Gehölzhügel wird mit Recyclingmaterial ein Weg und Treppen gebaut. Sandlebensraum mit Initialstauden. Kiesbett mit angedeutetem trockenen Bachlauf und Initialpflanzen. Dazwischen Totholz und Steine als Versteckmöglichkeit für Eidechsen und viele weitere Bewohner.

Die Kalkmagerwiese wurde eingesät und mit Initialstauden bestückt. Zuvor wurde gütegesicherter Kompost flach ins Saatbett eingearbeitet. Ein Schattenbeet aus sandig-lehmigem Unterboden ist mit Holzstämmen davon abgetrennt.

 Juni 2018: Teichbau: Die Grube ist grob modelliert, Kapillarsperre ist gelegt  - nun folgt die Folie, die beiderseits mit Vlies gepolstert wird...

Rechts ist die mit Kies gefüllte Überlauf-Sickergrube zu erkennen. Wichtig bei Starkregen, wenn der Teich überläuft!

Eine weiße Siloplane wird in den Baupausen zum Schutz gegen Ausschwemmung der Grube bei Gewittern über die Baustelle gelegt.

Im Vordergrund wird der zukünftige Teich von der bestehenden Pflastereinfahrt begrenzt.

Derweil blühen die ersten Initialstauden und auch die Ansaat in Sand und Mineralbeton gedeiht sehr gut.

Auf dem Gehölzhügel sind rund 6 Wochen nach der Ansaat die ersten Keimlinge zu entdecken...

Juli 2018: Teichbau, Teil 2:

Die Teichgrube wird mit Wurzelschutzflies verschweißt, die Teichfolie eingebaut und mit Verputz- und Bewurzelungsmatten verkleidet und teilweise mit sandfarben eingefärbtem Trasszement eingeputzt. Mit Steinen und Kies werden verschiedene Lebensbereiche, z.B. eine Kiesbank, gestaltet. Lehmhaltiger Unterboden dient als Pflanzsubstrat für die Pflanzen und wird mit Kies abgedeckt. Ein temporärer, nur bei Regen wasserführender, Bachlauf leitet Dachwasser in einen Sumpf-Filtergraben. Von dort läuft das Wasser in die Freiwasserfläche. Bei Starkregen sorgt ein Überlauf in eine mit Kies gefüllte Sickergrube für einen geregelten Ablauf des überschüssigen Wassers. Totholz und Steine am und im Wasser sorgen für Lebensräume. Die Kiesbank dient gleichzeitig als Vogelbad und Insektentränke. Libellen und Vögel haben den neuen Lebensraum schon entdeckt... Die Schwalben sammeln schon Nistmaterial am Teich.

Juli 2018: Die Ansaaten entwickeln sich und die Initialstauden locken bereits eine Vielzahl von Insekten an...

August 2018: Dank guter Bewässerung entwickeln sich die Ansaaten und Pflanzungen trotz Dürresommer sehr gut...

Oktober 2018 - Der vorläufig letzte Streich: Aus den Baggeraushub-resten wird ein Hügel geformt. Er wird mit Wildrosen und Geissklee bepflanzt. Angesät mit ca. 20 Einzelansaaten von Wilder Pastinake über Seifenkraut bis Thymian und mit ca. 1.500 Blumenzwiebeln bestückt. Dann kann der Frühling kommen....

Ein letzter Blick auf den herbstlichen Garten, bevor er in die Winterpause geht.

Ende März werde ich wiederkommen um den Besitzer in die Pflege einzuweisen.

Mai 2019: Der Garten scheint förmlich vor Leben zu explodieren. Im Teich leben Frösche, Molche und Libellen, Vögel und Kleinsäuger sind in großer Vielfalt da.... und überall summt und brummt es ....

Ende Juni 2019: ein gutes Jahr nach der Anlage hat der Garten seinen ersten Höhepunkt erreicht. Alles wächst stürmisch und es blüht überreich. Viele Tiere sind zu entdecken (Igel, Frösche, Libellen, Wildbienen, Schmetterlinge, Vögel...). Nun muss der Überschwang etwas geordnet werden, damit z.B. die gepflanzten Gehölze auch ein wenig Licht abbekommen...

So sieht der Garten im 3. Jahr, im April 2020 aus... langsam stabilisieren sich die Pflanzungen und Ansaaten, die frisch gepflanzten Gehölze beginnen Raum einzunehmen. Der Teich ist voller Leben und es summt und brummt...

2021: Der Garten ist in seinem 4. Vegetationsjahr: 

Die stürmische Entwicklung der Vorgängerjahre beruhigt sich. Die Flächen beginnen sich zu schließen.

Die ausdauernden Pflanzen übernehmen jetzt zunehmend das Regiment.

Herbst 21: Der Garten geht langsam wieder in Ruhestellung...


Schwimmteichbau im Natur.Garten.Helbig. Inspirationsgarten (2008)

Meine erste größere Planungsarbeit: Der große Teich im Inspirationsgarten entstand 2008 auf der"grünen Wiese" einem Rasenstück. Dem umfangreichen Planum folgte der Teichaushub, Einbau einer Stützmauer aus Altmühltaler Kalkstein, der eigentliche Teichbau mit Wurzelvlies, Folie und Oberbau mit Verputz und Bewurzelungsmatten. Der Teich besteht aus einer Freiwasserfläche, dem bepflanzten Reinigungsgraben und einer Sumpfzone mit Schilf . Eine extern in einem Schacht eingebaute Schwerkraftpumpe mit Zeitschaltuhr sorgt für eine temporäre Umwälzung des Wasserkörpers. Außer den Erdarbeiten, für die ein Bagger mit Fahrer  sowie ein Lastwagen zur Abfuhr engagiert waren, sowie dem Einlegen der Teichfolie, bei dem Freunde halfen, wurde alles von mir alleine und in Eigenregie realisiert.

...und so sieht das Ganze heute, nach rund 10 Jahren aus.


Ein Natur-Erlebnisgarten für Senioren (2015)

Ein Natur-Erlebnisgarten für Senioren: Im Auftrag des LBV habe ich das Konzept für die Gestaltung eine Seniorengartens erstellt. Zentrales Element ist dabei die 2-sufige Steinterrasse mit heimischen Stauden. Auch für Rollifahrer direkt erlebbar, sind unten Kräuter- und Duftpflanzen gesetzt. Die Hecke besteht aus heimischen Wildgehölzen. Ein Naschgarten mit Beeren und Hochbeeten darf auch nicht fehlen. Die Baggerarbeiten wurden durch eine örtliche Baufirma vorgenommen, die Pflanzung und Ansaat erfolgte mit rund 30 Freiwilligen. Der Garten ist an sich sehr schön geworden, unglücklicherweise sprangen jedoch die Freiwilligen ab, die die wichtige Pflege übernehmen wollten...

Ich weiß leider nicht, wie der Garten heute aussieht und ob das naturnahe Konzept fortgeführt wurde. 

 

Trotzdem hier ein paar Eindrücke vom Bau und der Pflanzaktion... (Fotos: LBV)

Natur.Garten.Helbig.

Hortus Contemplationis et Diversitas

Birgit Helbig

Planungen für naturnahes Grün

Freie Referentin und Autorin für Natur im Garten

Dipl.-Designerin (FH)

 

Dorfanger 14

Dürrenmungenau

91183 Abenberg

 

E-Mail: birgit.helbig@yahoo.de

 

Tel. 09873-760

Mitglied im Hortus Netzwerk

Mitglied im Naturgarten Netzwerk des Naturgarten e.V.

Partner des Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.